Jahrestagung des UNESCO-Welterbestätten e.V. zum Thema Tourismus und Denkmalpflege
170 Experten vor allem aus Deutschland, aber auch aus den benachbarten Staaten hörten Vorträge zum Themenkomplex Tourismus & Denkmalpflege. In zwei Arbeitskreisen sollten am zweiten Tag der Tagung Erwartungen der Touristiker an die Denkmalpfleger und umgekehrt formuliert werden. Die Anwesenheit des Kölner Oberbürgermeisters und des NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück rückte den Kölner Dom und seinen unrühmlichen Eintrag in die Liste des bedrohten Welterbes in den Vordergrund. Streitpunkt ist die Errichtung von Hochhäusern auf der dem Kölner Dom gegenüberliegenden Rheinseite. Man darf gespannt sein, zu welchen Ergebnissen eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe der Stadt kommen wird. Die UNESCO erwartet ihrerseits ein substantielles Entgegenkommen der Stadt.
In Vorträgen wurden Best Practice Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt. Die Übertragbarkeit der ausgewählten Modelle ist jedoch nicht überall gegeben. So beschäftige sich ein Vorschlag mit dem Schloss Schönbrunn in Wien, welches seit einigen Jahren in der Form einer GmbH organisiert ist. Ein sehr hohes touristisches Aufkommen und ein großer Grundstock an investiertem Kapital sorgt hier sogar für einen gewinnträchtigen Betrieb, wobei die Überschüsse zunehmend von der öffentlichen Hand zurückgefordert werden. Kritisch zu beurteilen sind folgende Fragen:
- Kann auch in einer privatwirtschaftlich orientierten Organisationsform der Schutz des Welterbes ausreichend gewährleistet werden?
- Wie kann unter diesen Umständen die Forderung der UNESCO nach einer möglichst uneingeschränkten Zugänglichkeit erfüllt werden?
- Inwieweit ist das Beispiel übertragbar? Zum Beispiel auf flächenhaft geschützte Welterbestädte, die ungleich komplexere (Verwaltungs-, Nutzungs-, etc. )
Strukturen aufweisen?
Gute Beispiele für die Zusammenarbeit von Touristikern und Denkmalpflegern stellten Verteter der Stadt Bern vor. Gefehlt hat leider ein Bericht über das Projekt Gartenträume in Sachsen Anhalt. Hier funktioniert die Zusammenarbeit geradezu modellhaft.
http://www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de/
Bei den anwesenden Tagungsgästen waren die Vertreter der Denkmalpflege deutlich in der Minderheit. Die Vorträge sollen auf der Website des Unesco-Welterbestätten e.V. veröffentlicht werden http://www.unesco-welterbe.de.








1 Erich aus Wien schrieb am 31.08.2004:
Die Einrtittspreise von Schönbrunn sind wirklich nicht ohne
Meiner Meinung sollten UNESCO-Welterbestätten für alle zugänglich sein.